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Feuerlöschwesen in Tiefengruben  

1753 erste Überlieferung einer Feuerstattbesichtigung (Wegen unreiner Küchen werden Friedrich Eckel (Nr. 12), Margarete Hufeld (Nr. 6) und Andreas Gierschke (Nr. 48) bestraft.)

1766 Erwähnung eines Kaminfegers für Tiefengruben

1786 Erfurter Dorfpolizeiverordnung regelt Brandschutzmaßnahmen in den Orten ihres Zuständigkeitsbereiches; befasste sich in zwei umfangreichen Abschnitten (11 und 12) schon sehr genau mit dem Brandschutz. Danach mussten bereits Brandmauern errichtet werden. Nur die zuständigen Kaminfeger waren befugt, die Schornsteine zu reinigen. Schmieden, Back- oder Brauhäuser durften nur noch vor dem Dorfe errichtet werden. Das traf in Tiefengruben für die 1794 von Heinrich Ender errichtete Schmiede zu, die in Nr. 17 vor dem Dorfe lag. Auch für geeignete Feuerlöschgeräte hatte man Sorge zu tragen. Die Feuerläufer mussten einen ledernen Eimer ständig zu Hause haben, und jeder neue Untertan, ob Einheimischer oder Fremder, hatte innerhalb von vier Wochen einen Feuereimer zur Feuerrüstung beizusteuern.

1800 Tiefengruben verfügt über eine Feuerlöschgeräte-Ausrüstung von 36 Eimern, 2 Haken und 2 Leitern

1804 Bau eines neuen Spritzenhauses zwischen dem Friedhof an der Kirche und dem Dorfteich. Außerdem Kauf einer neuen Rohrspritze, weiterhin erwähnt: 37 Eimer, 2 Haken, 2 Leitern.

 

 

Dorfstraße Tiefengruben um 1910, ganz rechts das 1804 errichtete Spritzenhaus
1831 Inventar im Spritzenhaus: eine Rohrspritze, eine Hacke, eine Axt, 2 Laternen, Feuereimer, eine neue Ziehwaage, 2 Haken, 2 große und 2 kleine Leitern

1858 In einem Revisionsbericht über die Feuerlöschgeräte Tiefengrubens vom 16.6.1884 wird verwiesen, dass sich die im Jahre 1858 von Schrumpf in Jena erbaute Spritze nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend abändern lasse. Tiefengruben hatte Mitte des 19. Jh. also nach der ersten 1804 angeschafften Feuerspritze noch eine zweite aus dem Jahr 1858.

23.11.1881 Gesetz über die Neuorganisation des Feuerlöschwesens im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Einrichtung und Einübung von Gemeindefeuerwehren in jedem Ort des Großherzogtums

 

1883 Neuorganisation der Tiefengrubener Feuerwehr abgeschlossen. Im "1. Statistischen Bericht des Thüringer Feuerwehr-Verbandes aus dem Jahre 1900" wird 1883 als Gründungsjahr für die Tiefengrubener Feuerwehr erwähnt, Tiefengruben gehört zum 3. Feuerwehrbezirk des 1. Verwaltungsbezirks (Bezirksbrandmeister: Mühlenbesitzer Konstantin Oschatz, Berka, Stellvertreter: Steinhauer Gustav Beltzner, Berka)

1884 Kauf einer neuen Feuerspritze von der Firma H. Sorge Vieselbach/Erfurt zum Gesamtpreis von 1300 Mark. 650 Mark zahlt die Gemeinde 1884 an, 300 Mark kommen vom Großherzoglich Sächsischen Staatsministerium als Zuschuss. Die zweite und letzte Rate in Höhe von 350 Mark zahlt Tiefengruben 1885. Gebaut wird 1884 außerdem ein Steigerhaus wo (?) - Kostenaufwand 153,46 Mark. (1884 beträgt Einwohnerzahl Tiefengrubens 262, in 68 Wohnhäusern)

 

die 1884 erworbene Feuerspritze der Firma H. Sorge

1897 Bekanntmachung über die Verhinderung von Bränden in Tiefengruben, "...Mit Geldstrafe bis zu 60 Mk oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft: Wer es unterläßt, dafür zu sorgen, daß die Feuerstätten in seinem Hause in baulichem und brandsicheren Zustande unterhalten oder das die Schornsteine zur rechten Zeit gereinigt werden, wer Scheunen, Ställe, Böden oder andere Räume, welche zur Aufbewahrung feuerfangender Sachen dienen mit unverwahrtem Feuer oder Licht betritt, oder sich demselben mit unverwahrtem Feuer oder Licht nähert...."

22.1.1902 Verfügung des großherzogl. Staatsministeriums zur Einführung von Hupen als Signalinstrumente für die Alarmierung der Feuerwehren im Großherzogtum

1909 für Tiefengruben 4 Hupen erwähnt, Feuerboten nach Berka und Gutendorf, Wasserversorgung: 4 Teiche, 30 Brunnen

1923 Umgestaltung der Malzdarre (Haus Nr. 59) zum Spritzenhaus mit Steigerturm; Nutzung der anderen Räume zeitweise als Tischlerwerkstatt, Leichenraum, Gemeindearchiv, Tanzsaal, Getreidespeicher, Bürgermeisterzimmer, Jugend- und Posträume; 1990 - 1997 Gaststätte, im Erdgeschoss Friseur und Jugendzimmer

 

früher Malzdarre - ab 1923 Spritzenhaus

1940 In den Kriegsjahren 1940 - 1945 wurden, bedingt durch das Fehlen der Männer, schon die Schulabgänger der 8. Klasse (Mädchen und Jungen) in die Feuerwehr übernommen. Am 1. April 1942 waren das z.B. Hertha Kanz, Helene Tränker, Ursula Stern, Martin Nimmrich, Heinz Oelsner, Horst Stadermann und Werner Thiele. Die Frauen wurden hauptsächlich als Druckmannschaft an der Handdruckspritze eingesetzt. Zum Einstand gab es in der Gastwirtschaft Oelsner "Fliegerbier" (Fassbrause)

1959 Feuerwehr Tiefengruben erhielt von Bad Berka den ersten Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit einer Tragkraftspritze (da Bad Berka eine neues Löschfahrzeug erhielt) Die Handdruckspritze von 1884 hatte damit ausgedient, wurde nach Gründung der LPG (Typ III) in den 1960er Jahren kurzzeitig zum Dämpfen von Kartoffeln für das Vieh genutzt, dann nur noch zu Umzügen und Schauvorführungen eingesetzt.

 

1975 Frauengruppe der FFw Tiefengruben gegründet, sie widmet sich vorwiegend dem vorbeugenden Brandschutz

 

1975 Bau eines neuen Gerätehauses für die Feuerwehr durch die Baubrigade der LPG "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" Gutendorf
auf dem Grundstück von Werner Küntzer im Niedergarten neben dem Haus Nr. 9.

 

1976 erstmals Auszeichnung "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr"1958 in den Morgenstunden des 17. Juni wurden die Einwohner der Stadt durch Feueralarm aus dem Schlaf gerissen. Das Sägewerk Oschatz stand in Flammen. Alle Gebäude und Anlagen wurden in wenigen Stunden vernichtet.

1980 Herrichten der "Feuerwehrwiese" für Wettkämpfe und Bau einer Schutzhütte

 

 

 

1985 zum zweiten Mal Auszeichnung "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr"

 

1986 Medaille für "Verdienste im Brandschutz an das Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr Tiefengruben

 

 
 
 

 

1988 Sanierung des Feuerlöschteiches in der Dorfmitte, Bau eines Jägerzauns

 

1990 Partnerschaft zwischen den Gemeinden Tiefengruben (Thüringen) und
Tiefengruben (Hessen). Durch diese Partnerschaft erhielt die Feuerwehr
Tiefengruben ein hessisches Löschfahrzeug vom Typ Ford Transit, Baujahr
1968, das am 16. Juni 1993 zugelassen wurde

 

 

28.1.1994 Gründung des Feuerwehrvereins Tiefengruben
Vorsitzende:
1994 - Gerhard Ritze
2000 Willy Trezenski
2005 Andreas Becher

 

 

Die Oberfeuermänner bzw. Wehrleiter in Tiefengruben:

1882 Ortsbrandmeisters: Landwirt Heinrich Harnisch Stellvertreter Landwirt Ernst Rötsch
1909 Oberfeuermann Kurt Stern
1913 Oberfeuermann Kurt Stern
1918 Oberfeuermann Albert Lange
1919 - 1944 Oberfeuermann/ Arno Stadermann
Ortsbrandmeister bzw. ab 1937 Ortswehrführer
1945 - 1963 Wehrleiter Erich Stadermann
1964 - 1967 Funktion des Wehrleiters kurzfristig ausgeübt durch: Bürgermeister Erhard Stern, Willy Gierschke und Kurt Helmich
1968 - 1998 Wehrleiter Harald Kotzer
seit 1998 Wehrleiter Hubert Nicolai

Wehrleitung 1975 - 1990:
Wehrleiter: Brandinspektor Harald Kotzer
Stellvertreter für Schulung und Ausbildung: Oberbrandmeister Udo Pfotenhauer
Stellvertreter für Vorbeugenden Brandschutz: Brandmeister Werner Thiele

 

 

 
Die Kameraden der FFw Tiefengruben zum 110jährigen Bestehen der Stützpunktfeuerwehr Bad Berka
 
 
(Diese Chronik entstand in Zusammenarbeit von Hella Tänzer (Stadtarchiv Bad Berka) mit Harald Kotzer, Hubert Nicolai und Werner Thiele, Tiefengruben.)
 
Bilder Stadtarchiv Bad Berka und privat